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DVV-News
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15 Jahre SSVB – 56 Jahre Volleyball in Sachsen -

ein kurzer chronologischer Abriss

Mit dem Einigungsvertrag von 1990 trat die DDR dem Föderalstaat BRD bei und stellte damit auch die vormalige Länderstruktur, die es bis 1952 gegeben hatte, wieder her.
Diese politischen Strukturen mussten sich nunmehr auch in den Gliederungen der Sportbünde und Sportfachverbände widerspiegeln.
Aktivisten des Volleyballsportes aus den ehemaligen sächsischen Bezirken trafen sich deshalb am 5. Mai und 23. Juni 1990 in Riesa, um einen Volleyballverband im Freistaat Sachsen zu gründen.
An diesem Gründungstreffen des nunmehrigen Sächsischen Sportverbandes Volleyball e. V. (SSVB) nahmen die Vorsitzenden der Bezirksvorstände von Dresden, Dr. Jürgen Büttner, Karl-Marx-Stadt, Dieter Rabe, Leipzig Horst Schiepe, als Vertreter aus Ostsachsen Gisbert Mösch sowie Klaus Kirchbach aus Leipzig teil.
Klaus Kirchbach übernahm zunächst das Amt des Präsidenten.

Der 1. Verbandstag wurde für den 3. November 1990 einberufen.
Er fand in der Pädagogischen Hochschule Dresden, einer Hochburg des Volleyballsports, statt.
Gewählt wurden ein neues Präsidium und ein Vorstand. Die Satzung wurde bestätigt.
Die Wahl der Gremien gestaltete sich nicht so einfach, da die freie Entfaltung eines demokratischen Wahlwillens, die möglichst paritätische Vertretung aller Spielbezirke und die notwendige Erfahrung sowie Kompetenz im Volleyballsport verträglich zu vereinen waren.
Schließlich gelang es, arbeitsfähige Gremien zu wählen.
Zum Präsidenten wurde der damalige Präsident des DSVB der DDR, Dr. Klaus Helbig (Freital, Präsident bis zu seinem Tode 2001), zu Vizepräsidenten Klaus Kirchbach (Leipzig), Reinhard Hoffmann (Pirna, Präsident seit 2002) und Dieter Rabe (Chemnitz) gewählt.
Zum Sitz der Geschäftsstelle mit dem ersten Geschäftsführer des SSVB, Horst Schiepe (Leipzig), wurde Leipzig bestimmt.

Zunächst standen vor dem neuen Verband die Aufgaben, neue Strukturen bis auf die Kreisebenen zu schaffen und den Spielverkehr in diesen neuen Strukturen zu organisieren.
Grundlage waren die Verbandsmitglieder, d.h., die Vereine bzw. Sektionen, später Abteilungen Volleyball. Die Vereine mussten selbst den neuen Rechtsstrukturen genügen und sich als eingetragene Vereine konstituieren.
Ein riesiges Arbeitspensum in diesem Gesamtprozess für den SSVB leistete dabei Horst Schiepe als ehrenamtlicher Geschäftsführer.

Unterstützung erhielt unser junger Verband von den Freunden des Volleyball-Landesverbandes-Württemberg (VLW), mit seinem Präsidenten Jörg Schwenk an der Spitze, die mit Rat und Tat unsere ersten Schritte begleiteten. Daraus sind eine bis heute währende Partnerschaft und viele auch persönliche Freundschaften entstanden.

Zur Gründung zählte der SSVB 90 Vereine mit 205 Mannschaften und ca. 11 000 Mitgliedern.
Heute sind 340 Vereine mit über 600 Wettkampfmannschaften und rund 18.000 Volleyballerinnen und Volleyballern im SSVB Mitglied. Sie nehmen am Wettkampfbetrieb des SSVB, im Regionalbereich Sachsen / Thüringen oder auf Bundesebene teil.
Darüber hinaus spielen weitere 12.000 Sportfreunde aus rund 500 Vereinen breiten-sportlichen Volleyball (BFS) und nehmen zum größten Teil an vom SSVB organisierten Wettkämpfen und Turnieren teil.

Dank des unermüdlichen Einsatzes der vielen tausend aktiven Volleyballer in den rund 80 Ligen und Spielklassen sowie im Breiten- und Freizeitsport, von ehren- und hauptamtlichen Funktionären, Trainern und Übungsleitern, Schiedsrichtern und Helfern, Sportmedizinern und Physiotherapeuten hat sich der SSVB in den 15 Jahren seines Bestehens zum viertgrößten Landesverband im Landessportbund Sachsen und zu einem leistungsstarken Partner und Mitglied im Deutschen Volleyball-Verband (DVV) entwickelt.

Spiegelbild dessen ist auch der Anteil sächsischer Volleyballerinnen und Volleyballer an den Erfolgen im überregionalen, nationalen und internationalen Leistungs- und Hochleistungsvolleyball.

Dafür sprechen die Berufungen der Spielerinnen des DSC 1898 Peggy Küttner, Beatrice Dömeland, Kerstin Tzscherlich, Yvonne Zymara, Christiane Fürst, Christin Guhr und Corinna Ssuschke in die Damennationalmannschaft, der Leipziger Mark Siebeck und Markus Popp in die Herrennationalmannschaft sowie von zahlreichen Nachwuchskadern in die Jugend - und Juniorenauswahlmannschaften des DVV.

Vor allem in weiblichen Bereich haben die sächsischen Landesauswahl- und Vereinsmannschaften seit 1991 bei den Pokal - und Deutschen Meisterschaften immer wieder erste oder vordere Plätze belegt. Dabei rangierte natürlich das Bundes- und Landesleistungszentrum Dresden (weiblich) ganz vorn, das im Jahr 2000 eine bisher einmalige Leistung vollbringen konnte, indem es bei der A-, B- und C-Jugend die Meistertitel errang. Aber auch die Trainingszentren in Chemnitz und Weißwasser konnten Medaillen und vordere Plätze belegen.
Während wir Anfang der 90er Jahre im männlichen Bereich durch den SCL noch 2. und 3. Plätze bei den Deutschen Meisterschaften erkämpften, gelang uns das in den letzten Jahren trotz großer Anstrengungen nicht mehr.
Für viele Volleyball-Anhänger aus allen Teilen Sachsens war es ein besonderes Erlebnis, als 1999 die Damenmannschaft des Dresdner SC 1898 Deutscher Meister und Deutscher Pokalsieger wurde.

Aber auch der neu formierte VV Leipzig kann seine Bilanz der letzten Jahre von 2002 bis 2004 dreimal hintereinander Platz 3 im Finale des Deutschen Pokalwettbewerbes sehen lassen.
Der SSVB hat sich zu einem Sportverband entwickelt, in dem die vielfältigen Formen des Volleyballspiels ihre Heimstätte gefunden haben.
Dabei steht das organisierte Wettkampfsystem in den Kreisklassen, den Bezirksklassen, Bezirksligen, Sachsenklassen und in den Sachsenligen im Mittelpunkt.

Im BFS-Bereich konnte in den letzten Jahren das Angebot an vielseitigen und interessanten Wettkämpfen (Bezirks- und Sachsencups) stark erweitert werden, wobei sich die Mixedwettbewerbe immer größerer Beliebtheit erfreuen.
Die traditionellen „Ran ans Netz“ -Turniere in Dresden, das „Lipsmix“ in Leipzig, das “Werner Meyrich - Gedenkturnier“ Mix - Dipps und viele andere Turniere in allen Teilen Sachsens locken Tausende zum Mitmachen.

Beachvolleyball hat sich auch in Sachsen in Freibädern, auf Sportanlagen und Plätzen in den Städten immer mehr durchgesetzt.
Als Leistungsportart wird Beachvolleyball sehr erfolgsorientiert gespielt. Jährlich werden in Masters- und Cup-Serien mit einem großen Zuschauer- und wachsenden Medieninteresse die Sachsenmeister ermittelt.

Hervorgerufen durch die internationalen Erfolge der deutschen Beachvolleyballer und den daraus resultierenden verbesserten Förderbedingungen entstanden 2005 nun auch in Sachsen Landesstützpunkte (beim Dresdner SC 1898 / weiblich und beim VC Markranstädt /männlich).

Für die Kinder und Jugendlichen werden Wettkämpfe auf Kreisebene, Jugendbezirksmeisterschaften, Sachsenmeisterschaften und Pokalwettkämpfe in allen Altersklassen organisiert. Jährlich nehmen an diesen Wettkämpfen rund 400 Kinder- und Jugendmannschaften in den Altersgruppen von 10 bis 19 Jahren teil. Außerdem hat sich der Schulwettbewerb „Jugend trainiert für Olympia“ so stark entwickelt, dass unsere Sportart zur teilnehmerstärksten im Freistaat Sachsen geworden ist.

Wir freuen uns, dass mit dem Bau neuer und moderner Sporthallen auch eine Reihe von Länderspielen der Erwachsenen- und Junioren-Nationalmannschaften in Leipzig, Dresden, Chemnitz, Freiberg, Bautzen, Görlitz, Hoyerswerda, Dippoldiswalde, Freital und Zwickau ausgetragen wurden.
Bisheriger Höhepunkt war die Ausrichtung von Vorrunden- und Zwischenrundenspielen in Leipzig, Riesa und Dresden im Rahmen der Damen-Weltmeisterschaften im August und September 2002.
Trotz der zu diesem Zeitpunkt noch nicht überwundenen Hochwasserkatastrophe in Sachsen wurden die zum Teil nicht einfachen technischen und logistischen Probleme in Partnerschaft mit den Kommunen reibungslos bewältigt. Alle Austragungsorte erhielten Bestnoten der FIVB -Verantwortlichen, da sie kompetent und mit einer außerordentlichen gesellschaftlichen Breitenwirkung wahre Events des Volleyballs und der sportlichen Begegnung organisierten.

Mit diesen Erfahrungen und mit diesem Schwung wurden auch die Ausrichtung von Weltligaspielen in Leipzig und Riesa, der Herren Europameisterschaften 2003, das Olympiaqualifikationsturnier 2004 in Leipzig und das Qualifikationsturnier für die Damen-WM im Juni 2005 in Dresden zu perfekt organisierten Höhepunkten des Weltvolleyballsportes in Sachsen.

Wir sind stolz darauf, dass Sachsen zu den Geburtszentren des Volleyballspiels in Deutschland gehört. Bis auf wenige Ausnahmen war Volleyball bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges weitgehend unbekannt.1949 lernten Schüler des Sorbischen Gymnasiums Bautzen das Volleyballspiel in Varnsdorf (CSR) kennen und begannen es zu spielen. Egon Saurer, später Trainer der Damennationalmannschaft der DDR, brachte aus Polen seine Erfahrungen mit nach Zittau. In anderen Städten und Dörfern wurde Volleyball durch Soldaten der Sowjetarmee bekannt.
Zu den ersten Volleyballzentren Anfang der 50er Jahre gehörten neben Bautzen und Zittau auch Dippoldiswalde, Freital, Leipzig, Großdeuben, Dresden, Chemnitz, Zwickau und Plauen. Auch die ersten DDR-Meisterschaften fanden 1951 in Leipzig statt.

Heute ist aus dem anfänglichen Volkssport auch in Sachsen ein anerkannter Wettkampfsport geworden, der sich aber auch nach wie vor in einem enorm wachsenden Maße als Breitensport zum Nutzen von Gesundheit, Lebensfreude und sozialer Begegnung entwickelt und lebt.

Stark erweiterte Überarbeitung der Kurzchronik 10 Jahre SSVB unter Verwendung von Material aus der Feder von Dr. Klaus Helbig (+) sowie aus diversen Verbandsquellen durch Dr. Holger Hecht, Vizepräsident des SSVB
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